Montag, 9. Februar 2015

Durch die Rockies in die Nordwest-Territorien und zurück - Icefield Parkway nordwärts


 R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis im September 2014.

Two-Jack-Lake
Nachdem wir bei Fraserway unseren Pickup-Camper übernommen hatten, starteten wir in Richtung Westen. Der Plan war, auf einer dieser schnurgeraden Prairie-Straßen von Airdrie, wo die Fraserway-Station liegt bis Cochrane zu fahren, um dort den Kühl- und Gefrierschrank mit Proviant zu füllen. Dies war ein gute Entscheidung, denn die Straße bis Cochrane war zwar landschaftlich nicht übermäßig spektakulär, aber doch interessant: schnurgerade, wenig befahren, Ölbohrtürme alle naselang und die hügelige Prärielandschaft wurde zunehmend von Schnee bedeckt.

Peyto Lake
In Cochrane meisterten wir den Großeinkauf, wie geplant. Das ist nicht zu unterschätzen, denn man kauft Proviant für eine längere Zeit mit allem was man so braucht und ein kanadischer Supermarkt ist nicht unbedingt so sortiert, wie ein Deutscher. Auch sind die Produkte und Marken teils unbekannt und müssen in ihrer englischen Beschriftung erst mal verstanden werden. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, bereits zuhause eine Einkaufsliste vorzubereiten.
Schließlich ging es weiter westwärts auf der 1A, einer Variante des Transkanada Highway 1, die aber touristisch interessanter ist. Nicht weit hinter Cochrane kam man bereits in Rockies und das Schneetreiben wurde immer dichter.

Wir fuhren an diesem ersten Tag bis zum Two-Jack-Lake im Banff NP, wo wir uns auf den dortigen Campground begaben und an der Rezeptionshütte auch gleich unser Permit (Jahreskarte) für die Nationalparks erwarben.

Schnee abfegen am Wilcox Creek
Nach einer Nacht bei frostigen Außentemperaturen - wir nutzten sogar ein wenig die Gasheizung - fuhren wir weiter durch die Nationalparks von Banff und Jasper, da wir noch einmal einige Seen (wie Peyto Lake, Emerald Lake und Lake Louise) wegen ihrer schönen Farben zu einer anderen Jahreszeit sehen wollten. Nun, da alles winterlich verschneit und von Schneewolken verhüllt war, gelang dies nur bedingt. Die nächste Nacht - ebenso frostig - verbrachten wir bereits im Jaspers NP auf dem Wilcox Creek Campground.

Unsere geplanten Unternehmungen am Icefield Parkway verschoben wir aufgrund des Wetters auf den Rückweg, der uns wieder hier entlang führen würde. So fuhren wir recht zielgerichtet und mit sehr wenigen Stopps entlang des Icefield Parkway (gerade mal an den Sunwapta Falls und Athabasca Falls) bis zum Mount Robson Provincial Park, wo wir am Lucerne Lake übernachteten. Zu unserer Freude wurde es wieder wärmer und die Landschaft bekam wieder Herbststimmung.
Der Kinney Lake am Fuße des Mount Robson in der Morgensonne

Am Mount Robson unternahmen wir eine Tageswanderung entlang des Berglake Trails. Wir wanderten ein ganzes Stück weiter, als 2010, wo wir am Kinney Lake kehrt machten. Diesmal erreichten wir zwar abermals nicht den Berg Lake, kamen aber deutlich weiter bis zum Shelder an der Hängebrücke kurz vor den White Falls.
Der Rückweg war natürlich nicht kürzer als der Hinweg, denn es war Derselbe. Somit fuhren wir nach dieser Wanderung nicht mehr weit und steuerten zur Nacht die Mount Robson View Lodge an, die direkt am Fraser River gelegen einen Blick auf den Mount Robson gewährt.

Schon in British Columbia mussten wir feststellen, dass die meisten Provincial Park Campgrounds wegen Saisonende bereits geschlossen waren.

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Sonntag, 8. Februar 2015

Durch die Rockies in die Nordwest-Territorien und zurück - Es geht los...

R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis im September 2014.


Bei Ankunft in Calgary waren es noch 20°C
Am Sonntag den 07.09.2014 starteten wir unsere 4. Kanadareise.

Nachdem wir uns im Frühjahr 2010 in BC aufhielten (mit kleinen Abstechern in den Yukon und Alaska), befuhren wir im Frühjahr 2011 den Yukon und Alaska (unter anderem den "Top of the World Hwy" und mit der Fähre von Haines nach Skagway).

2012 lag unser Hauptaugenmerk auf dem Dempster Hwy und dem Nordpolarmeer (von Whitehorse nach Inuvik mit Flug nach Tuktoyaktuk und zurück).
In diesem Jahr wollten wir zum "Great Slave Lake" bis Yellowknife, um Nordlichter zu sehen.
...am nächsten Morgen waren es -7°C.

Als wir gegen 17 Uhr und bei 20° Grad in Calgary ankamen, erzählte uns der Taxifahrer auf dem Weg ins Hotel, dass wir schlechtes Wetter mitbrächten: "... ab morgen soll es schneien", das glaubten wir jedoch nicht.

Aber als wir am Montagmorgen die Gardinen zur Seite zogen, war es tatsächlich weiß draußen. Uns wurde gesagt, dass es oft Anfang September so sei. Es schneit ein paar Tage, aber dann wird es wieder wärmer. Für die nächsten 4 Tage hatten wir statt Indian Summer – Winter, Schnee und bis zu -7°C am Tag.

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Donnerstag, 5. Februar 2015

Lappland - Schlitten und Hunde

R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 7.1.2015.

Der heutige Tag steht im Zeichen einer Husky-Schlittentour.

Dazu gilt es erst mal ein paar Kilometerchen mit dem Auto zu fahren. Zu 12:00 Uhr sind wir an der Husky-Farm verabredet. Es ist eine kurze Tour geplant, circa 2 Stunden mit Vor- und Nachbereitung.

Wie wir jetzt erfahren, wird jeder von uns einen eigenen Schlitten führen. Das heißt: Ein Gespann mit einem der beiden Hundefarmer fährt vornweg. Danach kommen unsere beiden Gespanne. Dann nochmals die gleiche kleine Kolonne mit den anderen beiden Kunden, einem Paar aus Frankreich.

Diese sind kurz nach uns eingetroffen und nun beginnt das Vorbereiten der Gespanne und das einschirren der Hunde. Es sind keine Huskies, aber die Musher versichern uns, dies seien die besseren Schlittenhunde. Sie fahren mit ihnen große Rennen in Skandinavien.

Für die relativ kurze Distanz von einigen Kilometern, die es heute zu laufen gilt, werden nur kleine Gespanne gebildet. Mein Gespann bekommt 6 Hunde, Reginas Gespann gar nur 4 Hunde. Der Hundefarmer hat dies nach Gefühl entschieden, nachdem er das Gewicht der Schlitten samt Schlittenführer beurteilt hat.

Es gibt nun eine kurze Einweisung, während die Hunde bereits ganz erhitzt in Erwartung der beginnenden Hatz bellen und am Geschirr zerren. Die Quintessenz der Einweisung ist kurz: Immer einen ausreichenden Abstand zum Vordergespann halten, indem gegebenenfalls mit der Fußbremse (eine Art Schneepflug, der mit dem Fuß nach unten in den Schnee gedrückt wird) das Tempo der Hunde zügeln. Ansonsten für sicheren Stand und Gleichgewicht sorgen, vor allem in den Kurven.

Schließlich hielt unsere Dreierkarawane nichts mehr und die Hundegespanne nahmen Augenblicklich ordentlich Fahrt auf. Meine Schätzung 20 - 25 km/h, also zügige Fahrradgeschwindigkeit. Und das bedeutet bei diesem Trail, einem mit Schneemobilen vorbereiteten Weg quer durch den Wald, dass man durch die Bodenwellen ordentlich durchgebeutelt wird.

Dennoch macht es unheimlichen Spaß. Das Hundegebell hat sich augenblicklich nach der Abfahrt gelegt und die Gespanne fahren fast lautlos durch die die verschneite Landschaft. Nur die Schlitten ächzen nach jedem Satz über eine härtere Bodenwelle. Fotografieren ist während der Fahrt praktisch unmöglich, da man sich mit beiden Händen fest am Bügel des Schlittens festhalten muss. Daher entstanden die Fotos im Blog während einer Pause auf halbem Wege.

Die größeren freien Flächen im Gelände sind vermutlich Moorflächen und kleinere Seen, über die wir hinwegjagen. Am Ende dieser nur etwas über eine Stunde währenden Hatz stellt man fest: Das ist ganz schön in die Arme gegangen! Lust auf Hundeschlittengefühl - hier klicken!

Zweimal überquerten wir auch eine Landstraße, wo natürlich galt: Gespanne stoppen, sammeln, gucken und schließlich zügig rüber fahren. Aber die Herausforderung dabei war dann doch nicht so hoch, denn Lappland-typisch sahen wir während dessen kein einziges Auto.

Zurück in der Hundefarm gab es schließlich als Attraktion zum Abschluss kleine Welpen zum knuddeln. Wie der Hundefarmer sagte, seien die Gäste entzückt und für die Welpen sei es auch gut, sich an Menschen zu gewöhnen um als künftige Schlittenhunde sozial zu werden.

Der eigentliche Abschluss war dann ein heißer Heidelbeersaft am Lagerfeuer in der typischen Kota-Hütte, wo man auf Rentierfellen sitzen noch etwas das Erlebte nachwirken lassen konnte. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Bezahlung geregelt.

Damit war das Vergnügen vorbei und wir verabschiedeten uns von den Hunden und Hundefarmern, welche übrigens beide deutsch sprachen. Einer der beiden war ohnehin der Spross einer Deutsch-Finnische Ehe und in Deutschland aufgewachsen.

Montag, 2. Februar 2015

Lappland - Luostotunturi am Abend

Hotel Luostotunturi
R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 6.1.2015. 

...am Abend fahren wir die 10km nach Luosto. Es geht vor allem darum, im Foyer des Hotels das WiFi zu nutzen, um die Nordlichtfotos vom Vorabend in die Welt zu schicken.

Dann geht's natürlich noch ein wenig durch den Ort, vor allem in den einen oder anderen Souvenirladen und in den Supermarkt.
Es gilt schließlich auch noch ein technisches Problem zu lösen. Am Vorabend ist der Auslöseautomat von Hähnel ausgefallen; vermutlich von der Kälte. Das ist ein kleiner Computer und dieser hat auch eine Software drin.


Amethyst-Shop (links) und Souvenirladen (rechts)
Scheinbar kann auch diese Software sich aufhängen, denn die LCD-Anzeige zeigte etwas, aber das Gerät reagierte nicht mehr. Üblicherweise ist der erste Ansatz: Batterie raus und wieder rein. Aber hier beginnt das Problem: Um die Batterie zu entnehmen, muss man das Gerät aufschrauben, und zwar mit einem Uhrmacherschraubendreher - ganz kleine Kreuzschräubchen - Stück - sind zu lösen.
Der erste Tipp wäre dar Amethyst-Shop, denn da vermuteten wir eine Juwelierwerkstatt mit entsprechenden Werkzeug - entpuppte sich jedoch als Fehlanzeige.



Restaurant Kerttuli

Als Überraschung erwies sich dann das Hotel Luostotunturi, wo wir erfolgreich nach einem solchen Schraubendreher fragten. Die Dame an der Rezeption musste noch nicht einmal den Hausmeister fragen, sondern holte das passende Werkzeug aus einem Regal hinter dem Empfangstresen. Das Entnehmen und Wiedereinsetzen der Batterie führte dann tatsächlich auch zur gewünschten Wiederbelebung des Gerätes.

In Supermarkt und Souvenirläden lassen wir dann noch etwas Geld.

Schließlich erledigen wir noch eine andere Sache. Wir fahren zu einer Huskyfarm, die uns an der Straße nach Sodänkulä aufgefallen war, um eine Schlittenfahrt zu vereinbaren. Damit war die Hauptaktivität für den nächsten Tag geplant - eine Huskyschlittentour.

Zum Abendbrot gibt es Lachsfilet und der Abend klingt am prasselnden Kaminfeuer aus.



Sonntag, 1. Februar 2015

Lappland - Bewegung und Ruhe

R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 6.1.2015.

Auf dem Fjell gibt es wieder Sonne für kurze Zeit
Heute steht nicht sehr viel auf dem Plan. Um uns etwas Bewegung zu verschaffen, werden wir natürlich wieder eine Runde Schneeschuh laufen. Dabei werden wir wieder die Chance haben, auf dem Fjell die Mittagssonne über dem Horizont zu erhaschen.

Den Aufstieg (und Ausblick) muss man sich natürlich erarbeiten
Es gibt Pläne, danach nach Luosto zu fahren und im Ort etwas herumzuschlendern. Die Möglichkeiten in Luosto sind begrenzt, aber es ist recht lauschig gelegen mit seiner winterlichen Blockhausromantik. Zwischen tief verschneiten Bäumen sind einige Souvenierläden verstreut, sowie ein kleinen Supermarkt und dem Restaurant "Kertulli", welches von außen durch seinen kegelförmigen Stil einer großen Kota-Hütte auffällt. Und natürlich gibt es dort das Hotel "Luostotunturi", welches die Basis des dortigen kleinen Skiresorts bildet.

Auf dem Fjell weht ein schneidender Wind
mehr als 15 Sek ohne Handschuhe
geht nicht...
Aber bevor es nach Luosto geht, wird das Tageslicht für die Schneeschuhwanderung genutzt, damit wir uns etwas Hunger erarbeiten. Die Sonne ist auch heute kurzzeitig zu erhaschen, aber es weht ein schneidender Wind. Nach jedem Foto oder noch so kurzem Naseputzen sind die Finger eiskalt, steif und taub und müssen sofort wieder in die Handschuh. Mit Fingerzappeln wird dann Wiederbelebung betrieben. Und Bewegung ist wichtig - immer laufen und stapfen und die Arme mit den Skistöcken kräftig mit einbeziehen.
So geht's in Einem fort: 15 Sekunden Foto, 10 Minuten Laufen. Die Runde dehnt sich, wie am Tag zuvor etwa über 2 Stunden aus, dann dämmert es bereits wieder.
Der Holzschuppen ist winddurchlässig
gebaut und das Feuerholz trocknen zu
lassen
Etwa 10m hinterm Haus ist das Feuerholzlager - ein kleinerer
Blockbohlenschuppen
Zur blauen Stunde erreichen wir wieder die Hütte. Hier ist erstmal Ausruhen angesagt, aber das bedeutet zu allererst Nahrungaufnahme. Dann gibt es auch noch einige andere Dinge zu erledigen. Da wäre zu allererst das Holz holen.
Jede Menge gepaltenes Holz ist
vorhanden
Neben der Hütte gibt es 10m entfernt einen Holzschuppen.
Dort lagert das Feuerholz.
Zwei mal am Tag muss Holz geholt
werden
Im Gegensatz zum Blockhaus sind bei diesem Schuppen die Blockbohlen so übereinander gefügt, das sie Schlitze bilden. Dadurch ist der Schuppen gut belüftet und das Feuerholz kann den Sommer über austrocknen. Für Kamin und Sauna benötigen wir Einiges an Holz und es ist reichlich davon im Schuppen da - wir müssen noch nicht einmal spalten, da bereits gespaltene Scheite zuhauf eingestapelt sind.

Als es schließlich wieder so gut wie ganz dunkel ist, machen wir uns bereit zur Fahrt nach Luosto. Das sind etwa 10 km, die wir mit dem Auto bewältigen werden.
An dieser Stelle wird sich der typische Mitteleuropäer fragen, wie die Finnen sicherstellen, dass ihre Autos bei Dauerfrost unter -20°C noch anspringen. Die Lösung ist die elektrische Standheizung mit Batterieladefunktion, welche in Finnland omnipräsent ist. Die Autos sind alle damit ausgerüstet, auch unser Mietwagen und ein entsprechendes Kabel liegt im Fahrzeug.

Einige Eindrücke von Luosto kommen im nächsten Beitrag. Bis dahin...


Donnerstag, 29. Januar 2015

Lappland - die Nacht der Nordlichter


R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 5.1.2015.
Ein zünftiges Abendbrot wird vorbereitet


...der Himmel wirkt verheißungsvoll, sternenklar. Der Mond ist schon aufgegangen, steht aber noch tief. Und es ist kalt.

Bevor wir also eine Nachtwanderung in die Eiseskälte starten, machen wir uns erst mal einen gemütlichen Hüttenabend am Kamin und in der urigen holzgefeuerten Sauna.
Zum Zeitvertreib haben wir auch drei Staffeln "Game of Thrones" auf Blueray dabei, die wir mit Hilfe des Notebooks anschauen können.
Der erste Blick zurück zur Blockhütte ist überwältigend
Doch schon beim Saunieren - wir schauen immer mal zum Fenster raus - bekommen wir mit, dass sich am Nachthimmel etwas tut. Also laufen die Vorbereitungen fieberhaft an um gut vorbereitet draußen in der bitteren Kälte zu bestehen. Dazu gehören vor allen viele Schichten an Kleidung. Aber auch die notwendige Fotoausrüstung muss voll einsatzbereit sein.

Fotoapparat, das richtige Objekt, Stativ und Auslösesteuerung - alles wird zusammengesucht und transportbereit gemacht und vor allem auch einsatzbereit.

Und dann treten wir vor die Tür und sehen ein einzigartiges Schauspiel. Es sind nicht die ersten Nordlichter, die wir sehen. Aber in einem solchen Umfeld, einem Winterwald im fahlen Licht des Vollmondes eröffnet sich ein Blick auf ein romanisches Gesamtkunstwerk, welches selbst Hollywood kaum so hinbekommen hätte.
Reste eines koronaren Nordlichts im Gegenlicht des Vollmondes

Dabei waren wir mit der Kamera sogar einen Tick zu spät. Denn gerade, als wir ins Freie kamen, entlud sich ein koronares Leuchtfeuer direkt über uns, verblasste dann aber und ging wieder in die uns wohlbekannten, grünen, wabernden Lichtschleier über.

Im Bild rechts sieht man die letzten Reste des koronaren Lichts, nicht mehr bunt und kräftig, aber noch strahlenförmig von Zenit herabscheinend, und das Ganze im Gegenlicht des grellkalten Vollmondes.

Wir stapfen weiter durch die polare Nacht und drehen die Köpfe immer wieder gen Himmel, bestaunen die schwächer werdenden, aber sich stetig verändernden Nordlichter.

Dabei sind wir uns sicher, dass der Vollmond durch sein helles Licht die Auroras schwächer und blasser wirken lässt, als dies in einer mondlosen Nacht gewesen wäre.

Obwohl im Foto diese Winterlandschaft recht ruhig wirkt, so ist es doch recht windig. Und Wind bei -26°C ist nicht Ohne. Wenn man sich bewegt, geht es gerade noch. Aber wenn man steht oder gar die Handschuhe kurz auszieht, um an der Kamera zu hantieren, dann wird's eklig. Man fürchtet schnell um seine Fingerkuppen. Auch die Nase sollte man im Blick behalten.

Wir sind schließlich am Fuße des verlassenen Skihanges angelangt und drehen hier wieder um. Es folgen noch zwei Impressionen von dieser Stelle.

Die Auroras werden schwächer, aber füllen noch immer den ganzen Nachthimmel

Noch immer leuchtet es hie und da auch kräftiger auf

Dienstag, 27. Januar 2015

Lappland - Schneeschuhe und ein bisschen Sonne


Die Wipfel der Bäume werden langsam blutrot
R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 5.1.2015.

Die lange polare Nacht lässt einen wirklich länger schlafen. Gegen 10:00 stehen wir auf. Nach dem Frühstück und der Morgentoilette ist es schon 11:00 oder sogar drüber.
Aber erst jetzt wird es richtig hell. Von der Hütte aus sehen wir die Sonne eigentlich gar nicht, nur die Spitzen der schneebedeckten Wipfel der Bäume in der Höhe werden langsam blutrot - ein Zeichen dafür, dass die Sonne zumindest über den Horizont zu schauen scheint.

Es ist Zeit für den ersten ausgedehnten Schneeschuhausflug. Wir wollen den Fjell besteigen, an dessen Fuß die Hütte liegt.
Schneeschuhe werden angeschnallt und los geht's
Wir kennen seinen Namen nicht, aber ich vermute, der Name der Hütte "Ukko Hermanni könnte gleichzeitig der Name des Fjells sein.

Was ist eigentlich ein Fjell. Dieses Wort nordisch-germanischen Ursprungs bezeichnet in Skandinavien im Allgemeinen eine baumlose Hochebenen-Landschaft, in Finnland eher flache Inselberge, auch Tunturi (Suomi) genannt. Sie sind die Gipfelreste sehr alter Gebirge, die von eiszeitlichen Gletschern rundgeschliffen wurden. Sie bilden hier in Lappland Erhebungen bis maximal 800m, hier im Puhä-Luosto-Nationalpark nur zwischen 300m und 500m. Dennoch sind einige dieser Fjelle auf dem Plateau baumlos.

Also rüsten wir uns und stapfen los. Es ist anstrengend, denn wir trampeln uns einen eigenen Trail den Berg hinauf und das ist selbst mit Schneeschuhen bei solch einer
Schneehöhe schweißtreibend. Also gehen wir gemach vor und verschnaufen immer mal. So erreichen wir bald Stellen, wo die Sonnenstrahlen auch bis zum Boden durchkommen.

So trampeln wir uns unseren Pfad, wissend, dass der Rückweg somit erheblich leichter zu laufen sein wird. Auf dem Plateau erreichen wir nicht sofort eine baumlose Fläche, aber wir treffen auf eine Schneemobiltrasse, der wir erst mal folgen. So kommen wir auch an der oberen Liftstation des kleinen Schleppliftes vorbei, der zu diese kleinen verlassenen Skipiste gehört, welche wir gestern Abend schon gefunden hatten.

Der Tag - gemeint ist das Tageslicht - währt hier aber nur 2 Stunden. Die rote, über dem Horizont verharrende Sonne macht bereits wieder Anstalten, zu versinken. Also machen wir uns auf den Rückweg. In der Hoffnung, die Nacht möge ebenso klar werden, die dieser Tag, werden wir es uns erst mal für ein paar Stunden in der Hütte gemütlich machen.

Für den Nachmittag, welcher ja schon komplett dunkel ist, haben wir noch eine Spritztour nach Luosto geplant. Dort werden wir einfach ein bisschen schlendern und im Foyer des Luosto-Tunturi Hotels vielleicht etwas WLAN nutzen. Hierzu im Folgenden ein paar Fotos:

Am Luosto-Tunturi Hotel gibt es eine Art Kurpark mit einem kleinen, zugefroren See und farbig angestrahlten Bäumen.


Auf der Rückfahrt zeigt das Thermometer -26°C
Der Abend ist natürlich noch nicht zu Ende und eine Fortsetzung dieses Abends folgt...

Montag, 26. Januar 2015

Lappland - der erste Tag hinterm Polarkreis


R&G
Achtung! Nachträglicher Post für ein Ereignis am 4.1.2015.

Nach der ersten Nacht gilt es erst mal, Proviant einzukaufen. Dazu geht's nach Sodänkulä zum nördlichsten Lidl Europas (und wahrscheinlich der auch Welt)

Luosto: Die Rentiere beanspruchen die Straße
Wir fahren über Nebenstraßen, die unter einer festgefahrenen Schneedecke verborgen sind. Hierbei begegnen uns auch streunende Rentiere. Wobei streunen nicht alles beschreibt - sie beanspruchen die Straße und wir drängen sie nicht. Im Gegenteil, wir filmen und fotografieren.

In Sodänkulä haben wir Glück. Der Lidl und andere Supermärkte öffnen gegen Mittag - es ist Sonntag - gerade nachdem wir angekommen sind. Wir haben sogar noch Zeit für einen Spaziergang durch den Ort im Mittagslicht.
Dabei kommen wir auch an der Kirche und einem tief verschneiten Friedhof vorbei.
Um 12:00 geht's bei Lidl rein, der hier etwas reichhaltiger im Bereich Obst/Gemüse und auch Backwaren ausgestattet ist. Dafür gibt es keine Wein- und Spirituosenecke, nur Biere.

Auf dem Rückweg beginnt es wieder, zu dunkeln. Also wird unser Abendspaziergang wieder die Stirnlampen erforderlich machen. Aber das ist OK - uns interessiert eh der Nachthimmel.

Was uns anlockt, ist die merkwürdige kleine Abfahrtspiste in der Nähe, die sogar eine kleine Schleppliftanlage hat. Diese scheint in Betrieb zu sein, aber nur wenige Skifahrer sind zu sehen.

Zwischenzeitlich sind wir auch wieder in der Hütte. Die abendliche Sauna ist obligatorisch. Hier im Wald kann man auch mal raus und sich nackt im Schnee wälzen, ohne das es jemanden stören würde - ein ganz spezielles Erlebnis bei -20°.

 Etwas später kommt der Betrieb an der Abfahrtspiste zur Ruhe, die letzten Besucher verflüchtigen sich, teilweise auf Schneemobilen und schließlich gehen die Flutlichter aus.
Das ist das Signal zum Aufbruch. wir gehen nochmal dort hinter - es sind ca. 500m durch den Wald - und laufen den Hang hinauf. Und tatsächlich sehen wir schließlich unser erstes Nordlicht des Jahres. Der Dunst lässt zwar keine Sterne erkennen, aber der Mond mit seiner Halo ist zu sehen und recht diffus ein wogendes Nordlicht.

Die letzten Pistengänger verflüchtigen sich.

Die ersten Nordlichter des Jahres - noch etwas diffus

Samstag, 24. Januar 2015

Norwegen, abgebrochene Zelte


GG
Das war heute ein schweres Aufstehen! Ich hatte den Wecker auf 4:15Uhr gestellt, 15 Minuten früher, als sonst, denn es war Schneefall angekündigt.
Also kurz geschüttelt, Katzenwäsche und - ach ja - angezogen. Nach 15 Minuten dann das Zimmer verlassen. Vom Foyer aus sieht man, wie finster es draußen ist und wie heftig es schneit.

Also raus aus dem Hotel und Gepäck ins Auto. Dann durch nächtliches Schneetreiben nach Torp Sandefjord zum Flughafen.

Blick vom Gate auf den Duty Free Shop
Der Mietwagen musste auch noch betankt werden und bei Hertz abgestellt werden. Dann ging's zu Baggage Drop-of (Naja, auf Deutsch hieße das wohl Gepäckaufgabe).

So, nun aber mal in's Duty Free geschlendert und mal schauen, wie ich die verbliebenen 500 NOK-se verpulvern kann.

Ah, siehe da, ein ganz spzieller Cognac. Er heißt Sandefjord (Wie die Stadt und der Flughafen - hehe), ist aber in Frankreich gemacht (na klar, sonst dürfte er sich ja nicht Cognac nennen;-) und er ist ein XO. Also habe ich nun etwas recht Teures erstanden und gegebe mich zum Abflugsteig - Gate 20.

Die KLM Maschine im Schneetreiben
Hier kann man die Maschine gut sehen und noch immer das Schneetreiben.

Nach Boarding wird besonders exzessiv enteist. Nicht nur die Auftriebsflächen an Flügeln und Heck, sondern der ganze Rumpf. Dauerte ewig.

Gab dann auch eine kleine Verspätung in Amsterdam. So blieb auch nicht mehr sehr viel Zeit bis zum nächsten Flug, aber der hatte dann auch eine kleine Verspätung.


Freitag, 23. Januar 2015

Norwegen - Schnee auf Nötteröy


GG:


Blick vom Active Cabin Hotel in Tönsberg.
Das ist der letzte Abend in Norwegen.

Es hat eine Menge Schnee gegeben, die letzten Tage. Vielleicht sollte ich morgen Früh etwas eher starten, falls ich hinter dem Schneepflug fahren muss?

Also, morgen Flug Sandefjord - Amsterdam - Bremen.


Habe noch 500 Norwegische Kronen. Sollte ich sie im Duty Free in was Hochprozentiges verwandeln?

Samstag, 3. Januar 2015

Lappland - Das Blockhaus im borealen Winterwald


R&G

Nachträglich erwähnt: Ein gesundes Neues wünschen wir und ab nach Finnland für eine Woche. Das Ziel: Einsame Blockhütte im Wald mit Kamin und Sauna. Schneeschuhwandern und Nordlichter sehen.


Die Blockhütte Ukkohermanni bei Luosto. (Das ganze Album
Das Ziel ist also definiert - nun ab zur Durchführung...
Die Hütte gibt es schon mal gleich zu sehen ->
Der Flug geht von Hamburg über Helsinki nach Rovaniemi. Mietwagen empfangen bei Hertz: Es ist ein Ford Focus "Stationwagon". Dann geht's gen Norden, etwa 100km nördlich des Polarkreises, bei Luosto. Die Schlüssel für die Hütte holen wir uns beim Besitzer in Torvinen, dann geht's über festgefahrene Schneedecke einige Kilometer in den Wald zur Hütte.


Vollmond mit Halo über der Hütte (Das ganze Album)
Schon in der ersten Nacht ist die Romantik spürbar. Draußen steht der Mond über der Hütte und der leichte Dunst in der frostigen Atmosphäre lässt einen Halo-Bogen entstehen.

Ein Nachtspaziergang sollte noch machbar sein. Der nächtliche Winterwald liegt still im Mondlicht und knirscht vor Kälte.

Ob es heute schon Nordlichter zu sehen gibt?



Montag, 6. Oktober 2014

2014 Canada - Durch die Rockies in die NWT - Teil 4

Durch die Rockies nach Norden bis nach Yellowknife in den Nordwest-Territorien. Auf der Jagd nach Nordlichtern am Nachthimmel über Kanadas Norden führt uns diese Reise von Calgary durch die Rockies bis hinter den Großen Sklavensee.

Montag, 29. September 2014

2014 Canada - Durch die Rockies in die NWT - Teil 3

Durch die Rockies nach Norden bis nach Yellowknife in den Nordwest-Territorien. Auf der Jagd nach Nordlichtern am Nachthimmel über Kanadas Norden führt uns diese Reise von Calgary durch die Rockies bis hinter den Großen Sklavensee.

Montag, 22. September 2014

2014 Canada - Durch die Rockies in die NWT - Teil 2

Durch die Rockies nach Norden bis nach Yellowknife in den Nordwest-Territorien. Auf der Jagd nach Nordlichtern am Nachthimmel über Kanadas Norden führt uns diese Reise von Calgary durch die Rockies bis hinter den Großen Sklavensee.




Montag, 15. September 2014

2014 Canada - Durch die Rockies in die NWT - Teil 1

Durch die Rockies nach Norden bis nach Yellowknife in den Nordwest-Territorien. Auf der Jagd nach Nordlichtern am Nachthimmel über Kanadas Norden führt uns diese Reise von Calgary durch die Rockies bis hinter den Großen Sklavensee.

Sonntag, 30. September 2012

2012 Yukon - Der Dempster Highway - Teil 3

Sehnsuchtsort Dempster Highway - die nördlichste, an das kanadische Straßennetz angebundene Straße führt von Dawson City über den Polarkreis in die Nordwest-Territorien bis Inuvik im Mackanzie-Delta: Auf den Spuren der verlorenen Patrouille und der letzten Menschenjagd im wilden Westen geht es in den herbstlichen Nord-Yukon.

Montag, 24. September 2012

2012 Yukon - Der Dempster Highway - Teil 2

Sehnsuchtsort Dempster Highway - die nördlichste, an das kanadische Straßennetz angebundene Straße führt von Dawson City über den Polarkreis in die Nordwest-Territorien bis Inuvik im Mackanzie-Delta: Auf den Spuren der verlorenen Patrouille und der letzten Menschenjagd im wilden Westen geht es in den herbstlichen Nord-Yukon.

Montag, 17. September 2012

2012 Yukon - Der Dempster Highway - Teil 1

Sehnsuchtsort Dempster Highway - die nördlichste, an das kanadische Straßennetz angebundene Straße führt von Dawson City über den Polarkreis in die Nordwest-Territorien bis Inuvik im Mackanzie-Delta: Auf den Spuren der verlorenen Patrouille und der letzten Menschenjagd im wilden Westen geht es in den herbstlichen Nord-Yukon.