
Die Nordlichter hielten bis zum Morgengrauen an und wir hatten in dieser Nacht nur wenig Schlaf.
Am nächsten Tag fuhren wir auf dem Yellowknife Highway weiter in Richtung Fort Providence. Die Westflanke des Great Slave Lakes ist gekennzeichnet durch endlose sumpfige Niederungen und recht eintöniger Taiga. Viele große Waldbrandflächen passiert man, wo die verkohlten Baumstümpfe von jungem Grün umgeben ist - je länger die Waldbrände zurückliegen, umso höher die Pionierpflanzen, junge Birken und Fichten.
Es ist ein sehr milder und sonniger Herbstag, geradezu warm. Das genügt, um Myriaden von Plagegeister wieder aus den sumpfigen Waldniederungen aufsteigen zu lassen. Daher ist die Zeit im Freien an den einzelnen Stopps kurz gehalten. Die Mücken scheinen nicht mehr zu stechen und zu saugen, aber die unzähligen Schwirrgeister sind lästig.Aber auch die Tiere des Waldes leiden darunter. Der erste Bison den wir sehen, ein alter Bulle, trottet am Highway entlang und wird von tausenden kleiner Gnitzen umschwirrt. Er erduldet es mit stoischer Ruhe.
Wir sind nun kurz vor Fort Providence, wo der Highway alsbald den Mackenzie River überquert.
Die Brücke befindet sich unweit vom Ursprung des Mackenzies, wo er bereits als Riesenstrom den Great Slave Lake verlässt. Die Brücke existiert erst einige Jahre und es ist die einzige überhaupt, die den Mackenzie River überspannt. Auf der Südseite ist der Yellowknife Highway nicht mehr lang, bis er auf den Mackenzie Highway stößt. Dann geht es ostwärts und auch hier ist es nicht mehr weit bis zur Kakisa Road. Der Lady Evelyn Falls Provincial Park ist unser Tagesziel.
Bei einem Abendspaziergang fangen wir zudem die magische Lichtstimmung eines Sonnenuntergangs mit Regenschauer ein. Das Fragment eines Regenbogens und die rotglühend angeleuchteten Baumwipfel sind die letzten Lichtboten des Tages, bevor wir uns wieder der Erwartung nächtlicher Leuchtfeuer hingeben. Doch dazu müssen sich die Wolken verziehen. Das tun sie auch, nachdem es schon vollständig dunkel und unter den düsteren Bäumen etwas unheimlich geworden ist.
Wir laufen mit Stirnlampen ausgestattet durch die Dunkelheit die Straße entlang und auch hinunter zum Wasserfall. Kurze Zeit noch beobachten wir den Nachthimmel, bevor wir ins Wohnmobil zurückkehren und zu Bett gehen.
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